Manchmal kann man sich nicht vorstellen, dass da noch etwas anderes ist außer dem Schmerz.
So saß vor einigen Jahren eine Klientin bei mir. Sie hatte so riesige Angst davor, sich den traumatischen Erlebnissen aus ihrem Leben zuzuwenden, dass sie schon allein beim Gedanken daran erstarrte. Ihre Befürchtung: Der Schmerz wäre so groß, dass sie ihn niemals aushalten könnte. Und dahinter? Da vermutete sie – nichts. Nur mehr Schmerz. Genau das hatte sie bisher davon abgehalten, weiterzugehen.

Kennst du dieses Gefühl? Dass du spürst, es muss sich was ändern – deine Erschöpfung, deine innere Unruhe sind zu groß geworden, um sie noch zu ignorieren. Und gleichzeitig diese Angst: Was, wenn ich mich diesem Schmerz stelle und danach nur noch mehr davon da ist?
Ich möchte heute darüber schreiben, was dazu beigetragen hat, das Leben dieser Klientin und von noch viel mehr Menschen zu verändern.
Und vielleicht macht es das für dich schon heute ein kleines Stückchen leichter.
Darüber kannst du in diesem Artikel lesen:
Die Geschichte, die alles verändert hat
Meine Klientin war überzeugt: Hinter ihrem Schmerz ist nichts. Nur noch mehr davon.
Die Grundlage meiner ganzen Arbeit ist aber eine völlig andere. Deswegen habe ich ihr gesagt:
Hinter deinem Schmerz findest du DICH. Und zwar als du noch unverletzt warst.
Am Anfang unseres Lebens – bevor ein traumatisches Ereignis passierte – sind wir noch ohne diese Wunden. Damit meine ich, dass wir alle Stärken und Kapazitäten mitbringen, die uns glücklich sein lassen. Die uns zufrieden und voller Lebenskraft und Freude sein lassen – mit uns im Reinen, sicher und verbunden – mit uns selbst und Menschen, die wir lieben.
Durch traumatische Erlebnisse – ob es ein einzelner Schock ist oder eine lang andauernde Überforderung – entwickeln wir Schutzmechanismen. Notfallprogramme, könnte man auch sagen. Sie helfen uns, damit umzugehen, was in diesem Augenblick nicht anders auszuhalten ist.
Und genau das trennt uns von etwas. Von der Verbundenheit mit uns selbst. Und manchmal auch von unseren eigenen Stärken.
Jetzt wird es interessant: Wenn wir diesem Schmerz – am besten mit Begleitung – begegnen und dahinter schauen, kommt nicht noch mehr Schmerz. SONDERN DU SELBST.

Da lohnt sich das Hinschauen total, oder?
Warum deine Überlebensstrategie kein Fehler ist
Hier unterscheide ich mich bewusst von einer Haltung, die ich oft höre: dass Überlebensstrategien endlich wegmüssten. Als wären sie ein Defekt. Etwas, das man einfach abstellen kann wie einen Wecker.
Das sehe ich definitiv anders!
Deine Überlebensstrategie war genau das Richtige und geradezu lebensnotwendig! Sie hat dich ursprünglich in einer überfordernden Situation beschützt. Sie war dein Notfallprogramm – und ohne dieses Programm wäre diese Situation für dich nicht schaffbar gewesen.
Deshalb ist es aus meiner Sicht völlig falsch zu sagen: Dieses Notfallprogramm muss weg.
Stattdessen geht es darum, es anzuerkennen. Wertzuschätzen, wie sehr es versucht hat dich zu bewahren. Und dann kannst du – Stück für Stück – neue, andere Wege gehen. Verbundener mit dir selbst als es in deinem Notfallmodus je möglich war.
Erst würdigen, was dich getragen hat. Dann behutsam neue Wege finden.
Das ist kein Widerspruch. Das ist der eigentliche Weg.
Kurz zusammengefasst:
Deine Überlebensstrategie ist kein Feind. Sie ist ein Teil von dir, der dich beschützen wollte – mit allem, was ihm damals zur Verfügung stand.
Erst die Würdigung. Dann der neue Weg.
Das ist keine Reihenfolge, die du überspringen kannst. Sie ist der Weg selbst.
Was, wenn deine Erschöpfung gar nichts über deine Schwäche aussagt?
Viele meiner Klientinnen kommen mit demselben leisen Verdacht zu mir: Mit mir stimmt etwas nicht. Sonst würde ich das doch schaffen.
Was, wenn genau das nicht stimmt?
Was, wenn deine ständige Anspannung, deine Reizbarkeit, dein Rückzug, dein Bedürfnis, alles kontrollieren zu müssen, gar nichts über deinen Charakter aussagen – sondern über deine Geschichte?
Dein Nervensystem kennt keine Zeit. Es kennt nur: Sicherheit oder Gefahr. Wenn es früher gelernt hat, dass Nähe wehtut oder dass Wachsamkeit überlebensnotwendig ist, dann schlägt es heute noch genauso Alarm – auch wenn die eigentliche Gefahr längst vorbei ist.
Vergleiche es mit einem Feuermelder, der schon bei ein bisschen Dampf losgeht. Er macht nichts falsch. Er tut genau das, wofür er gebaut wurde – nur eben zur falschen Zeit, an der falschen Stelle.
Genauso ist es mit deinem Notfallmodus. Er ist kein Charakterfehler. Er ist ein Frühwarnsystem, das nie gelernt hat, wieder abzuschalten.
Und das darf sich ändern.
Nicht, indem du dich zusammenreißt. Sondern indem dein Nervensystem Schritt für Schritt neu lernt: Ich bin jetzt sicher. Ich darf entspannen.

Der Weg zurück zu dir
So verschieden wir Menschen sind, so verschieden sind auch unsere Geschichten und traumatischen Erlebnisse. Deshalb gestalte ich die Herangehensweise immer ganz persönlich. Für Jede/n finden wir den passenden Weg.
- EMDR – verarbeitet belastende Erinnerungen, ohne dass du sie noch einmal in voller Wucht durchleben musst. Stell dir eine Zugfahrt vor: Du siehst die belastenden Bilder vorbeiziehen wie eine Landschaft am Fenster – geschützt, im Zug, mit sicherem Abstand. Nah genug, um es zu verarbeiten. Fern genug, um es auszuhalten.
- Traumasensibles Yoga – bringt dich behutsam zurück in Kontakt mit deinem Körper. Ganz ohne Leistung, ganz ohne Druck. Du entscheidest in jedem Moment selbst, was sich für dich richtig anfühlt – und lernst so nach und nach wieder, deinem Körper zu vertrauen. 🧘♀️
- Polyvagal-Theorie – einfache Tools für den Alltag, die deinen Vagusnerv ansprechen; er ist Teil deines autonomen Nervensystems und reguliert unter anderem Stress und starke Gefühle. Ein tiefer Atemzug, ein Summen, ein bewusstes Spüren deiner Füße auf dem Boden – kleine Signale an dein Nervensystem: Du bist sicher.
- Psychoimaginative Traumatherapie – arbeitet mit inneren Bildern, um alte Wunden sanft zu lösen. Du baust dir einen inneren sicheren Ort, begegnest belastenden Anteilen in deiner Vorstellung – und verarbeitest so Erlebtes würdevoll und ohne erneute Überflutung.
So werden einzelne Gefühle und Erinnerungen behutsam gelöst – und der Schmerz reduziert sich Stück für Stück. Das Wunderbare daran: Das gilt auch für den Schmerz, der selbst Jahre nach einem traumatischen Erlebnis noch spürbar ist. Du kannst wieder offener in die Welt schauen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich: Traumatische Situationen und Erlebnisse zu überwinden ist möglich. Und dahinter wartet so viel an Glück, Sicherheit und Lebensfreude! 😊

Was sich verändert, wenn dieser Weg beginnt
Dein Schlaf wird besser. Die Konzentration kehrt zurück. Dein Energielevel steigt, die Lebensfreude auch. Vielleicht wirst du kreativer und gelassener, stehst wieder mit beiden Beinen im Leben.
Doch das ist Berührendste hinter diesem Schmerz:
Eine tiefe Verbundenheit mit dir selbst.
Genau das meine ich, wenn ich von ZUHAUSE IN MIR spreche. Dich in dir selbst zu Hause fühlen. Dich mit dir selbst wohlfühlen. Wohlwollend mit dir umgehen.
Nicht durch Druck. Nicht durch „sich zusammenreißen“. Sondern durch einen behutsamen Weg zurück zu Ver-Bindung mit dir selbst.
Meine damalige Klientin ist diesen Weg dann doch gegangen. Und war so froh darüber! „Da ist tatsächlich mehr als Schmerz. Da bin ja ich selbst!“
Das Wichtigste aus diesem Artikel auf einen Blick
- Deine Überlebensstrategie war kein Fehler, sondern ein Notfallprogramm, das dich geschützt hat
- Hinter dem Schmerz steht kein weiterer Schmerz, sondern ein unversehrter Anteil von dir
- Deine Erschöpfung sagt nichts über deine Schwäche aus – sondern über eine Geschichte, die noch gehört werden will
- Der erste Schritt zur Veränderung ist Würdigung, nicht Bekämpfung
- Methoden wie EMDR, traumasensibles Yoga, Polyvagal-Übungen und psychoimaginative Traumatherapie lösen Schmerz Stück für Stück – auch Jahre später
- Das Ziel dahinter: mehr Schlaf, Energie, Lebensfreude und vor allem ZUHAUSE IN DIR ankommen
Häufige Fragen zu Überlebensstrategien und Traumaverarbeitung
Was genau ist eine Überlebensstrategie? Eine Überlebensstrategie ist ein Schutzmechanismus, den dein Nervensystem in einer überfordernden oder traumatischen Situation entwickelt hat, um dir das Aushalten zu ermöglichen. Beispiele sind Rückzug, übermäßige Kontrolle, Anpassung, alles recht machen wollen oder emotionale Taubheit.
Muss ich meine Überlebensstrategie komplett loswerden? Nein. Es geht nicht darum, sie abzuschaffen, sondern sie anzuerkennen und dann Schritt für Schritt neue Wege zu entwickeln, die dir mehr Verbundenheit mit dir selbst ermöglichen.
Wie lange dauert es, bis sich der Schmerz verändert? Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, da jede Geschichte anders ist. Viele meiner Klientinnen spüren jedoch schon nach wenigen Sitzungen erste Veränderungen, etwa besseren Schlaf oder mehr innere Ruhe.
Wirkt EMDR auch bei Erlebnissen, die schon sehr lange zurückliegen? Ja. EMDR kann auch Schmerz verarbeiten, der viele Jahre nach dem eigentlichen Erlebnis noch spürbar ist. Die Erinnerung bleibt bestehen, verliert aber ihre belastende Wucht.
Was hat der Vagusnerv mit meinem Trauma zu tun? Der Vagusnerv ist Teil deines autonomen Nervensystems und reguliert unter anderem Stress und starke Gefühle, die daraus entstehen. Traumasensible Übungen aus der Polyvagal-Theorie helfen deinem Nervensystem, sich zu beruhigen und wieder Sicherheit zu empfinden.
Woran erkenne ich, dass hinter meinem Schmerz mehr wartet als nur Schmerz? Meist zeigt es sich in kleinen Momenten: ein Aufatmen, ein Gefühl von Weite, ein kurzer Moment von Leichtigkeit mitten in der Verarbeitung. Das sind erste Zeichen, dass sich dein unversehrter Anteil wieder zeigen darf.
Möchtest du auch hinter deinen Schmerz schauen?
Soll dein Leben leichter werden?
Dann buche doch einfach dein kostenfreies Erstgespräch mit mir.
Ich freue mich auf dich!







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